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Gedenken an den Überfall auf die Sowjetunion

Juni 22 @ 18:00 - 21:00

Vor 80 Jahren, am 22. Juni 1941 überfiel Nazideutschland die Sowjetunion.

Es begann ein neues Kapitel der Aggression des deutschen Faschismus gegen fast ganz Europa. Zur Aufrechterhaltung der Produktion in diesem Mehrfrontenkrieg wurden über 20 Millionen Menschen verschleppt und zur Zwangsarbeit gezwungen. Auch nach Offenbach kamen mehrere Tausend Zwangsarbeiter*innen aller Nationen, und viele ließen hier ihr Leben. Das geschah in über 41 Betrieben im gesamten Stadtgebiet, unter aller Augen. In besonderem Maße waren auch Menschen aus der damaligen Sowjetunion betroffen. Mit dem Überfall auf die Sowjetunion wurde die massenhafte Versklavung der Zwangsarbeiter*innen in ganz Europa enorm ausgeweitet. Dieser Menschen soll an diesem Tag gedacht werden.

Innerhalb der grausamen Schrecken des Krieges wurde mit dem Überfall auf die Sowjetunion ein neues Kapitel der Brutalität aufgeschlagen. Die Nazis haben ihrer antikommunistischen Hetze Taten folgen lassen. Der Krieg war als Vernichtungskrieg geplant, in dem die Regeln der Haager Landkriegsordnung von Anfang an außer Kraft gesetzt waren. Dieser Vernichtungswille zeigte sich in zahlreichen Mordaktionen, die reguläre Wehrmachtseinheiten gegen jüdische und slawische Bevölkerungsgruppen in den okkupierten Gebieten verübten. Die Bevölkerung wurde von den Nazis zu „Untermenschen“ erklärt, gegen die jede Form von Ausbeutung und Grausamkeit gerechtfertigt wurde.

In Russland ist der Tag im allgemeinen Bewusstsein. Wenn wir hier des Überfalls gedenken, so ist das eine Form des Respekts gegenüber den großen Opfern, die die Bevölkerung der Sowjetunion erbringen musste. 27 Millionen Menschen auf dem Gebiet der Sowjetunion starben in diesem Krieg, darunter über 15 Millionen zivile Opfer.

Dieser Jahrestag mahnt uns, dass es wichtig ist Feindbilder abzubauen, ein friedliches Miteinander zu fördern, überhaupt Entspannung auf internationaler Ebene voranzubringen. Aber derzeit ist viel öfter die Forderung nach höheren Rüstungsausgaben zu hören, so taucht auch Russland wieder als Feindbild auf. Das System der gemeinsamen Sicherheit aus den achtziger Jahren ist obsolet, die Verträge sind fast alle ausgelaufen. Wir vermissen Anstrengungen in Richtung eines neuen Vertragssystems. Die Ausrichtung auf die Sicht der Militärs erfüllt uns mit Sorge. Auf Aufrüstung ist zu oft schon Krieg gefolgt und jeder Krieg führt letztlich zu Not und Elend für die Zivilbevölkerung. Wir müssen vermehrt auf Verhandlungen und Vertrauensbildung setzen. Ein wichtiger Schritt dazu sind die seit über dreißig Jahren bestehenden rund 120 Städtepartnerschaften zwischen deutschen und russischen Städten. So auch die sehr gut funktionierende Freundschaft zwischen Offenbach und Orjol.

Kooperation, wie sie im Weltraum in der ISS-Station möglich ist, muss es auch auf der Erde geben. So zum Beispiel auch bei weltweiten Pandemien sowie bei der Erforschung der Meere und des ewigen Eises.

Nur gemeinsam haben wir eine Zukunft.

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Details

Datum:
Juni 22
Zeit:
18:00 - 21:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Neuer Friedhof
Mühlheimer Str. 425
Offenbach, 63075